Prélude: Album Release | Karim Shehata Piano Recital

Prélude: Album Release | Karim Shehata Piano Recital
Donnerstag | 16. Mai 2019 | 20:00 Uhr


Programm:
Werke aus PRÉLUDE
Ferruccio Busoni Prélude Op. 37 Nr. 21
Lili Boulanger Prélude Des Dur
Karol Szymanowski Prélude Op. 1
Theodor Kirchner Prélude Op. 9 Nr. 8

Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge b Moll BWV 867
Claude Debussy Suite Bergamasque (Prélude – Menuet – Clair de lune – Passepied)
César Franck Prélude, Choral et Fugue

Konzertdauer: ca. 2 Stunden

Mit dem Album Prélude (April 2019 – GENUIN classics) präsentiert Karim Shehata sein Solo Debut mit Werken von 15 verschiedenen Komponisten. Darunter Namen wie Chopin, Rachmaninoff oder Debussy, aber auch seltener gehörte Werke von Siloti, Blumenfeld oder Feinberg. Neben weiteren Préludes stehen auf dem Konzertprogramm noch Werke von Bach, Debussy und Franck, welche mit einem Prélude beginnen und somit den Bezug zum Thema der CD ergänzen.

»Der von Horkheimer und Adorno geprägte Begriff der Kulturindustrie beschreibt die Abwendung des Kunstbegriffs „L’art pour l’art“ (Die Kunst für die Kunst), also die Kunst als Selbstzweck, zur Kunst als Ware, also Mittel zum Zweck. Je höher der ökonomische Wert der Kunst, je bedeutungsvoller ist diese.
Was aber bei uns an Kunst ankommt, wird vorher von Agenturen, Managern, Kulturbetrieben etc. vorgefiltert. Und zwar heute fast ausschließlich nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Sogar künstliche Intelligenz wird mittlerweile eingesetzt um zu berechnen, welche Erfolgsaussichten ein Roman hat, ein Bestseller zu werden, oder anhand social media, Aussehen, Alter, Netzwerk und Musikstil ein Musiker das Potential zum Superstar hat. Kunst, egal wie ästhetisch, kritisch oder gehaltvoll sie sein mag, schafft es nicht bis zum Publikum, wenn sie nach den Regeln des Kapitalismus nicht genug Profit abwerfen wird. Das beeinflusst wiederum den Künstler, der nun versucht, seine Kunst dem Markt anzupassen, damit sie beim Publikum ankommt und nicht vorher aussortiert wird. Die Kunst an sich verliert dadurch ihre Autonomie und wird endgültig zur Ware, die sich den Bedürfnissen der Abnehmer anpasst.
Ich habe mich entschieden, als autonomer Künstler den Weg ohne Agentur zu gehen. Somit ist das Album Prélude, sowie die Album Release Tour als Gesamtkunstwerk zu verstehen, welches komplett aus meiner Künstlerhand stammt. Die Wahl der Städte für die Tour, die Buchung der Säle, die Programmauswahl, die Programmhefttexte, die Künstlerwebsite, das alles wurde in Eigenregie umgesetzt. Ich wende mich somit direkt an mein Publikum und entziehe mich dem Filter der Kulturindustrie. Die Kunst, die erlebt werden darf ist somit so echt, wie sie nur sein kann. Das gebotene Konzertprogramm ist kein virtuoser Klangrausch, der das Publikum in Erstaunen setzen soll, es ist vielmehr eine Hommage an die Kunst an sich, mit all ihrer Tiefe und Offenbarungskraft, die das Publikum berühren und lange in ihm nachklingen soll. Und nicht zuletzt auch eine Hommage an das Prélude, einer Gattung, die es geschafft hat den umgekehrten Weg zu gehen, vom Mittel zum Zweck, nämlich als Vorspiel zum Hauptwerk, hin zum Zweck an sich als eigenständiges Charakterstück.« – Karim Shehata

Der Titel des Albums ist nicht nur als Hinweis auf die gleichbleibende Form und Namensgebung der Stücke zu verstehen, sondern auch als Vorspiel zu Karim Shehatas Solo Debut Release Tour durch Deutschland, Russland, Estland, Finland, Schweden, Norwegen und Dänemark. Obwohl er mittlerweile in München lebt, startet die Tour in Norddeutschland, da er im schönen Städtchen Verden an der Aller in der Nähe von Bremen aufgewachsen ist. Hier hat er als jugentlicher seine ersten Erfolge beim Jugendwettbewerb Jugend Musiziert gefeiert und seine ersten Konzerte gespielt, bevor er seine Klavierstudien an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und an der Universität der Künste Bremen absolviert hat.